Warum studiVZ, facebook und Co. versagen18. Dezember 2008


written by Fabian
category: Fabian Kliem Gründerszene Internet Marketing economy web 2.0

Facebook, Youtube, Myspace, StudiVZ (nur als copycat und auch nur national) haben alle so einiges gemeinsam.
Alle diese Startups wurden unglaublich gehypet und haben Millionen User und PI’s. Außerdem haben sie alle noch etwas gemeinsam. Sie haben alle super Unternehmensbewertungen erhalten und somit den Web 2.0 Boom und den Gründerboom mitbegründet. Die Gründer wurden mit Geld überschüttet und die Onlinewelt hat Persönlichkeiten wie Mark Zuckerberg fast wie Gurus gefeiert und verherrlicht.

Klingt nach einer unglaublichen Erfolgsstory – ist es aber nicht denn was alle diese “erfolgreichen” Startups noch gemeinsam haben ist, dass hinter all dem Traffic und den vielen Usern nur ganz ganz viel heiße Luft steckt. Es ist eine nicht widerlegbare Tatsache: Facebook, Youtube, Myspace, StudiVZ und wie sie noch alle heißen haben und hatten nie ein Geschäftskonzept und sind schlicht und einfach unrentabel.

Warum möchte man sich fragen? So viel Traffic, so große Investments, so viele schlaue Köpfe die hinter diesen Unternehmen stehen und doch fällt niemandem ein wie man die Millionen User monetarisieren kann….

Meiner Meinung nach liegt dies vor allem daran das die Gründer zunächst einmal davon ausgingen, dass man eine solche Plattform über Werbung finanzieren kann was sich jedoch als nicht möglich erwiesen hat.

Natürlich generiert Facebook ein paar Millionen Dollar mit Werbung aber dafür zahlen sie auch jede Woche 2 Millionen Dollar für die Anschaffung neuer Server, von den Stromkosten die eine solche Serverfarm verursacht wollen wir gar nicht erst reden.
Kurz und knapp also ist es nicht möglich Social Networks nur über Werbung in die schwarzen Zahlen zu bringen beziehungsweise überhaupt zu finanzieren.

Das hat man aber nicht erst vor kurzem gemerkt sondern war schon früher bekannt. Warum also sucht man nicht nach alternativen Monetarisierungsmöglichkeiten. Da würde doch jedem von uns der sich mit dem Web 2.0 beschäftigt genug einfallen – ganz zu schweigen von den Experten die bei Facebook oder Myspace sitzen.
Ich denke das dies an den starken Überbewertungen liegt. Die Gründer wurden mit Millionen teilweise sogar Milliarden überschüttet. Es wurde Geld gezahlt für Projekte die nicht den Hauch eines Geschäftskonzeptes vorweisen konnten. Das hat die Gründer bestärkt und wie ich denke auch durch ihre eigene sehr positive finanzielle Lage davon abgelenkt nach Möglichkeiten zu suchen viel wertlosen Traffic in viele wertvolle Dollar umzuwandeln.

Jetzt wachen sie langsam alle auf und geraten in die Kritik. Viele Gründer verlassen ihre Unternehmen oder zumindest leitende Positionen und werden durch Manager mit Erfahrung und Reputation ersetzt. Unternehmensbewertungen werden heruntergeschraubt oder ganz zurück genommen, aus Zweifeln wird Verzweiflung und Angst und alle stellen sich die selben Fragen: Wie machen wir denn jetzt Geld? Wie ziehen wir den Karren aus dem Dreck? Wird es überhaupt weiter gehen? Kann unser Trafficmonster rentabel werden?

Die Antwort ist ganz klar: JA. Man kann diese Projekte zur Rentabilität führen. Es gibt ausreichende Möglichkeiten all die User zu monetarisieren und eine Menge Geld zu verdienen.

Fraglich ist jedoch ob die Teams in diesen Startups fähig dazu sind und ob es bei der einen oder anderen Mannschaft nicht schon zu spät ist. Wenn das Geld der letzten Finanzierungsrunde “verbraten” ist wird es schwierig neue Investments für ein Geschäftsmodell zu finden das sich als nicht rentabel erwiesen hat und das man letztlich nicht mal als Geschäftsmodell bezeichnen kann.

An dieser Stelle möchte ich noch mal auf meinen Artikel Monetarisierung 2.0 verweisen denn bei all diesen Web 2.0 Firmen die ja auch eigentlich schon gar keine Startups mehr sind ist es definitiv Zeit die Monetarisierung auf eine neue Ebene zu bringen.

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